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Fed und Furcht vor zweiter Corona-Welle verschrecken Anleger

ABQnews| Deutschland / Frankfurt | Der trübe Konjunkturausblick der US-Notenbank Fed und die Furcht vor einem Wiederaufflammen der Coronavirus-Pandemie in den USA hat am Donnerstag Europas Anleger tief verunsichert.

Der Dax und der EuroStoxx50 verloren an Fronleichnam jeweils 2,9 Prozent auf 12.169 beziehungsweise 3199 Punkte. Die Fed hatte am Mittwochabend signalisiert, dass der Leitzins noch lange nahe Null liegen könnte. Zudem sagte sie eine schleppende Konjunkturerholung voraus. “Der düstere Wirtschaftsausblick der Fed holt die Anleger wieder auf den Boden der Tatsachen zurück”, sagte Timo Emden, Analyst beim gleichnamigen Analysehaus.

“Das ist der größte wirtschaftliche Schock, an den wir uns erinnern können”, sagte Fed-Chef Jerome Powell. Die Fed tue alles, um die Menschen wieder in Lohn und Brot zu bringen. “22, 24 Millionen Menschen – irgendwie müssen wir ihnen als Land Arbeit verschaffen. Sie haben nichts falsch gemacht. Das war eine Naturkatastrophe.” Damit signalisiere die Fed, dass sie die Geldschleusen noch länger weit offen lasse, sagte Michael Hewson, Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets.

Zugleich scheine sich das Coronavirus in den USA wieder stärker auszubreiten, sagte Hewson. “Bis Mittwoch haben sich die Finanzmärkte nicht sonderlich besorgt wegen einer zweiten Welle gezeigt.” In den USA stieg die Zahl der Coronavirus-Infektionen in einigen Staaten zuletzt wieder; so verzeichneten New Mexico, Utah und Arizona nach Reuters-Berechnungen 40 Prozent mehr Neuinfektionen in der vergangenen Woche, auch Florida und Arkansas entwickelten sich zu Hotspots. “Während Volkswirtschaften in anderen Ländern wieder in Schwung kommen, könnte es in einigen Bereichen in den USA länger dauern”, sagte der Analyst.

Viele Anleger brachten ihr Geld am Anleihemarkt in Sicherheit. Die Verzinsung der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen sank im Gegenzug um sechs Basispunkte auf minus 0,390 Prozent und damit den niedrigsten Stand seit gut einer Woche. Sie folgten damit den US-Papieren, deren Rendite auf 0,687 Prozent zurückging.

ÖLPREIS LEIDET UNTER SCHLEPPENDER NACHFRAGE

Die Aussicht auf eine langwierige Erholung der Nachfrage vom Coronavirus-Schock lastete auf dem Ölpreis. Ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um 3,9 Prozent auf 40,10 Dollar, leichtes US-Öl kostete mit 37,87 Dollar 4,4 Prozent weniger. “Der größte Teil der jüngsten Preisanstiege kommt davon, dass die strengsten Coronavirus-Eindämmungsmaßnahmen aufgehoben wurden”, sagte Vivek Dhar, Analyst bei der Commonwealth Bank. “Bis wir da sind, wo wir vor der Coronakrise waren – das wird einige Zeit dauern.”

Mit einem Minus von bis zu 12,7 Prozent gehörten die Lufthansa-Aktien zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex. Fast jeder fünfte Mitarbeiter muss um seinen Job bangen. Die Fluggesellschaft leidet massiv unter der Coronavirus-Pandemie, in der der Flugverkehr fast völlig zum Erliegen gekommen ist. Das Unternehmen will nun mit den Gewerkschaften darüber verhandeln, wie die Personalkosten gesenkt werden können.

Die Europcar-Aktien gaben fast zwölf Prozent nach. Seit Jahresbeginn haben sie fast die Hälfte an Wert eingebüßt. Die Experten der Ratingagentur Moody’s kappten am Mittwochabend ihre Einschätzung der Kreditwürdigkeit auf Caa1 von B2. “Die heutige Rating-Veränderung spiegelt die längerfristigen Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die Nachfrage nach Mietwagen wider, die dazu führt, dass die Kredit-Rahmenbedingungen und die Einnahmen mindestens das Jahr 2021 hindurch schwach bleiben werden”, sagte Analyst Eric Kang.

Quelle:AFP

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